| Makuladegeneration
Die Makuladegeneration stellt eine meist schleichend
auftretende Erkrankung des zentralen Bereichs der Netzhaut, dem
gelben Fleck bzw. der Makula, dar. Symptome sind Verschwommen- und
Verzerrtsehen, sie treten aber oft erst spät auf. Mögliche
Ursachen sind Rauchen, Bluthochdruck, erbliche Belastung und eine
Mangelversorgung mit Vitaminen und Spurenelementen.
Bei der Makuladegeneration handelt es sich, ähnlich
wie beim Glaukom, um ein sehr komplexes Krankheitsbild. Die Makula
ist der zentrale Bereich auf der Netzhaut und wird auch als gelber
Fleck bezeichnet. Gelber Fleck, weil hier Lutein und Zeaxanthin
in hoher Konzentration vorkommen. Die Anreicherung der sekundären
Pflanzeninhaltsstoffe Lutein und Zeaxanthin bewirkt die gelbe Farbe
im Zentrum des schärfsten Sehens. Diese beiden gelben Carotinoide
können das Auge vor energiereichem blauen und ultra-violettem
Licht und vor freien Radikalen schützen.
Die Makula hat nur einen Durchmesser von ca. 1,5
mm und enthält dennoch viele Millionen Sehzellen bzw. Zapfen,
auch Photorezeptoren genannt. Die Zapfen sind die Sehzellen der
Makula, die für das Farbensehen und das scharf Sehen zuständig
sind.

Was ist eine Degeneration der Makula?
Gehen die Sehzellen im Bereich der Makula zugrunde, spricht man
von Makuladegeneration. Immer wenn man dann etwas genau ansehen
möchte, wird dieser Gegenstand oder diese Person undeutlich
oder verschwindet ganz. Besonders Gesichter werden schlecht erkannt
und das Lesen wird zunehmend schwieriger. Das Risiko für eine
Makuladegeneration steigt mit höherem Lebensalter. Diese altersbedingte
Makuladegeneration (AMD) ist in der westlichen Welt die häufigste
Erblindungsursache.
Altersbedingte Makuladegeneration
(AMD)
Es gibt zwei Formen der AMD: die trockene Makuladegeneration und
die seltenere Form, die feuchte Makuladegeneration, die 15 % der
Fälle ausmacht.
Bei der trockenen
AMD (ca. 85 % der Betroffenen) gehen die Sehzellen durch
Ablagerungen in der Netzhaut langsam zugrunde. Die trockene AMD
kann sich jedoch jederzeit zu einer feuchten AMD entwickeln.
Die feuchte
Makuladegeneration ist aggressiver und schreitet meist schnell
fort. Es kommt hier zu einer Neubildung von Blutgefäßen,
aus denen Blutbestandteile und Blutflüssigkeit in die zentrale
Netzhaut austreten können. Daher die Bezeichnung „feuchte
AMD“. Die für das scharfe Sehen verantwortlichen Sinneszellen
werden dadurch geschädigt und in der Folge treten Sehverluste
auf.
Meist ist zunächst ein Auge stärker
betroffen – erfahrungsgemäß folgt dann aber auch
die Schädigung des anderen Auges. Selten sind angeborene Formen
der Makuladegeneration.
Frühe Formen der altersbedingten Makuladegeneration
(AMD) tritt bei einem Fünftel der über 65-Jährigen
auf. Um das 80. Lebensjahr ist jeder Dritte von dieser frühen
Form der Makuladegeneration (AMD) betroffen. Die späten Formen,
die mit einer Sehminderung einhergehen, liegen bei den über
65-Jährigen bei ca. 1% und bei den älteren Patienten bei
ca. 5%.
Ursachen
Risikofaktoren für das Auftreten einer AMD können sein:
Höheres Lebensalter, Rauchen, helle Haut und helle Augenfarbe,
weibliches Geschlecht, erbliche Belastung, UV- und Blaulichtanteile
im Sonnen-, Tages- und Kunstlicht, Arteriosklerose und ungesunde
Ernährung.
Lesen stellt mit Sicherheit kein erhöhtes
Risiko dar. Aber es liegen Studien aus den letzten Jahren vor, die
belegen, dass eine Minderversorgung mit bestimmten Vitaminen und
Spurenelementen die Entstehung der AMD begünstigen kann.
Auch gibt es genetische Einflüsse. Wenn bekannt
ist, dass andere Familienmitglieder unter dieser Erkrankung leiden,
sollten regelmäßige augenärztliche Untersuchungen
unbedingt wahrgenommen werden.
Freie Radikale schädigen
auch die Augen
Unsere Augen arbeiten mit höchster Präzision, sind dabei
aber hohen Belastungen ausgesetzt. Das Sonnenlicht, insbesondere
der hochenergetisch blaue und ultraviolette Anteil, kann die Netzhaut
schädigen. Es entstehen sogenannte „freie Radikale“.
Das sind hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die schädigend
auf die Sinneszellen wirken.
Der Organismus schützt sich auf vielfältige
Weise gegen die schädigenden Einflüsse freier Radikale
und gegen die den Auswirkungen hochenergetischer Strahlung aus dem
Sonnenlicht. Insbesondere Lutein und Zeaxanthin wirken dabei schützend
als „innere Sonnenbrille“. Wichtig sind aber auch Vitamine
und Spurenelemente, die antioxidative Prozesse unterstützen.
Dazu gehören die Vitamine C, E und die Spurenelemente Zink,
Kupfer und Selen.
Mit dem Älterwerden ermüden auch die
körpereigenen Abwehr- und Schutzmechanismen. Die Konzentrationen
von Lutein und Zeaxanthin und der Kofaktoren antioxidativer Mechanismen
in der Makula sinken. Sinneszellen degenerieren und scharfes Sehen
wird unmöglich.
Hier fangen die zusätzlich zugeführten
Lutein und Zeaxanthin die freien Radikale ab und filtern zusätzlich
das schädlich blaue und das UV-Licht und wirken quasi als innere
Sonnenbrille.
Beschwerden
Die ersten Anzeichen sind Verschwommen- oder Verzerrtsehen. Springende
Buchstaben oder Nebelsehen sind weitere Symptome, die auftreten
können. Vielen Betroffenen fällt auf, dass sie Schilder
in der Ferne nicht mehr genau erkennen können oder dass das,
was fixiert wird, nur noch unscharf erscheint. Dies sind deutliche
Warnhinweise! Nehmen Sie sie ernst und lassen Sie sich bitte augenärztlich
genau durchchecken!

Ein Beispiel für Sehstörungen bei AMD
Testen Sie Ihre Makula
Bei Verdacht gibt Ihnen ein einfacher Test
mit dem sogenannten Amsler-Netz Hinweise, ob eine AMD vorliegt.

Anleitung zum Test
Sehen Sie mit einem Auge (das andere ist geschlossen) genau auf
das schwarze Quadrat in der Mitte der Gitterlinien. Sind Linien
verzerrt oder haben Linien Fehlstellen, so kann das ein Hinweis
auf eine krankhafte Veränderung der Netzhautmitte, der Makula,
sein.
Behandlung der Makuladegeneration
(AMD)
Als wichtigste Empfehlung gilt eine aktive und gesunde Lebensführung.
Hierzu zählen die Aktivierung des Kreislaufs durch Bewegung
und Sport, Nichtrauchen und eine gesunde, vitaminreiche Ernährung.
Die feuchte
Makuladegeneration kann mit verschiedenen Methoden behandelt
werden. Mit einer Lasertherapie können die krankhaften Blutgefäße
verödet werden, so dass an dieser Stelle keine Flüssigkeit
austreten kann. Damit kann allerdings nur der Verlauf der Erkrankung
verzögert werden.
Bei der photodynamischen Therapie wird ein Medikament
in die Armvene gespritzt. Es reichert sich in der krankhaften Gefäßneubildung
in der Netzhaut an und wird dort durch einen Laser mit geringer
Energie aktiviert. Dieses aktivierte Medikament zerstört dann
das neugebildete Blutgefäß. Auch Operationen zur Entfernung
der Gefäßwucherungen können eine sinnvolle Alternative
sein.
Die trockene
Makuladegeneration kann durch eine ausgewogene Nährstoffzufuhr
z. B. im Rahmen einer bilanzierten Diät günstig beeinflusst
werden.
Für beide Formen der Makuladegeneration (AMD)
gilt, dass außerdem durch vergrößernde Lesehilfen
das Sehen verbessert werden kann. Dazu gehören Leselupen, Bücher
im Großdruck und Bildschirmlesegeräte, die die Buchstaben
stark vergrößern.
Körpereigene Mechanismen, die unsere Augen
vor Risikofaktoren wie z. B. Sonnenlicht und freien Radikalen schützen,
können nur funktionieren, wenn ausreichend Schutzstoffe zur
Verfügung stehen. Viele dieser Stoffe müssen über
die Nahrung aufgenommen werden, weil sie der Organismus nicht selbst
bilden kann.
Besonders Nahrungsmittel, die Lutein und Zeaxanthin
enthalten, wie Spinat, Grünkohl oder Brokkoli, gehören
daher regelmäßig auf den Speiseplan. Doch bei steigendem
Alter ist es aus verschiedenen Gründen unsicher, ob der notwendige
Mikronährstoffspiegel durch die tägliche Ernährung
erreicht werden kann.
Zusätzliche Mikronährstoffe können
die natürlichen Schutzmechanismen der Augen stärken. Sie
müssen in richtiger Zusammensetzung und ausreichender Menge
zugeführt werden.
Dazu gehören:
- Antioxidative Vitamine wie die Vitamine
C und E
- Carotinoide wie z. B. Lutein und Zeaxanthin
- Spurenelemente: besonders Zink, Kupfer und
Selen
Große wissenschaftliche Studien wie ARED
oder LAST haben die Bedeutung dieser Nährstoffe bei der AMD
gezeigt.
Gehen Sie zum Arzt
Wenn Sie glauben, an einer beginnenden Makuladegeneration zu leiden,
wenden Sie sich bitte an einen Augenarzt und lassen Sie sich dort
gründlich untersuchen. Es wäre empfehlenswert, Ihre Lebensführung
anzupassen: Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind auch
gut für Herz, Hirn und Gefäße – nicht nur
für die Augen!
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